Investitionsbank Hessen

Die IBH, Investitionsbank Hessen war in den letzten Jahren, nach ihrer Gründung im Jahre 1951, bis zur Auflösung eine Anstalt des öffentlichen Rechts. Anlass und Rechtsgrundlage für die Auflösung im Jahre 2009 war das ‚Gesetz zur Neuordnung der monetären Ordnung in Hessen vom 16. Juli 2009‘. Diese Auflösung erfolgte durch eine Verschmelzung mit der LTH, der Bank für Infrastruktur als einer rechtlich unselbstständigen Anstalt in der Helaba, der Landesbank Hessen-Thüringen. Aus IBH und LTH wurde die neue WIBH, die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen mit ihrem Hauptstandort im Omega-Haus A in Offenbach am Main.

Rechtsgrundlage für die geschäftlichen Aktivitäten der IBH war das Gesetz zur Errichtung der Investitionsbank Hessen, das IBH-Gesetz aus Juli 2005. Nach den §§ 2 und 3 des bis zur Verschmelzung geltenden Gesetzes war unter anderem die Förderung von Mittelstand und Wirtschaft in Hessen eine der Kernaufgaben. Dazu gehörte die Förderung von

•       Einzelbetrieben sowie der gesamten gewerblichen Wirtschaft mit Fokus auf dem Mittelstand
•       Unternehmensansiedlungen
•       Bereitstellung von Risikokapital
•       Technologiefinanzierung
•       Innovationsförderung
•       Entwicklungsmaßnahmen für strukturschwache Regionen
•       Land- und Forstwirtschaft im ländlichen Raum
•       Landschafts-, Natur- und Umweltschutz
•       international vereinbarten Förderprogrammen
•       arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen
•       Bildung und Kultur in Bezug auf wirtschaftliche Belange

Darüber hinaus wurden öffentlich-rechtliche Zweckverbände sowie Gebietskörperschaften finanziert. Dieses Aufgabenspektrum ermöglichte es der IBH, ausnahmslos in allen Bereichen der Landesregierung mitzusprechen, mit dabei und in die Finanzierung involviert zu sein. Die einzelnen Aufgabenbereiche waren so gewählt und so definiert, dass die IBH überall gefragt war, gefragt werden konnte bis hin zu musste. Das Land Hessen legte Wert auf eine nachhaltige Wirtschaftsförderung bei gleichzeitiger Schaffung neuer und Erhaltung bestehender Arbeitsplätze. Die IBH verfolgte das sogenannte Hausbankenprinzip, indem mit den Filialbanken und Sparkassen am Ort kooperiert wurde. Zu den Geschäftsfeldern der Wirtschaftsförderung gehörten die Kreditvergabe, der Abschluss von Bürgschaftsverträgen, die Beteiligung, sowie die Übernahme inklusive der Abwicklung von Förderprogrammen.

Diese Aufgaben und Schwerpunkte wurden komplett in die neue Wirtschafts- und Infrastrukturbank überführt beziehungsweise übernommen. Das Ziel der Zusammenführung von IBH und LTH war die Bündelung der Aufgaben und Interessen beider Unternehmen, bei gleichzeitiger Nutzung von Synergien sowie mit Kosteneinsparungen im Personal- und Verwaltungsbereich. Doppelungen von Zuständigkeiten sowie Schnitt-/Reibungsstellen sollten vermieden werden, und die Kreditinstitute sollten zukünftig nur einen einzigen Ansprechpartner haben.

Seitdem  ist es der WIBank gelungen, die gesamte öffentliche Förderung des Landes Hessen, innerhalb des Europäischen Strukturfonds, mitsamt der europäischen Landwirtschaftsförderung sowie den Förderprogrammen des Bundes zu bündeln. Weiterhin werden eigene, zinsgünstige Förderprogramme für die hessische Wirtschaft angeboten und erfolgreich abgewickelt. Neben dem Hauptstandort in Offenbach am Main werden Zweigstellen in den Städten Kassel, Wetzlar und Wiesbaden unterhalten.

•       Gründen & Wachsen
•       Versorgen & Modernisieren
•       Bauen & Wohnen
•       Bilden & Beschäftigen

sind die vier Kompetenzbereiche, in denen die WIBank ihre vielseitigen Förderprogramme anbietet. Zur landesweiten Förderberatung gehören Maßnahmen wie die

•       Beratung für individuell geeignete Finanzierungen
•       Durchführung von Informationsveranstaltungen und Sprechtagen
•       Netzwerkbildung in Kooperation mit Kammern, Innungen, Berufsverbänden sowie regionalen Wirtschaftsförderern
•       ganz allgemeine Lotsenfunktion in der hessischen Wirtschaftsförderung

Die Förderungsmöglichkeiten sind bereichsmäßig in alphabetischer Reihenfolge  gegliedert in

•       Außenwirtschaft
•       Energieeffizienz
•       Gewerbliche Wirtschaft
•       Innovation und Hochschulen
•       Kultur und Kreativitätswirtschaft
•       Medizinische Einrichtungen
•       Technologie
•       Tourismus

Die Vielfalt an Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten hat sich bei der WIBank gegenüber der IBH eher noch erweitert. So ist der jährliche Hessische Fördertag der WIBank eine Veranstaltung mit landesweitem Interesse für die gesamte hessische Wirtschaft. Die 2015er Veranstaltung stand unter der Headline ‚Zukunftstreiber Industrie 4.0‘. Austragungsort war Anfang September das Haus der Begegnung in Königstein. Von der Veranstaltung ‚Frauen an den Start‘ Mitte Dezember desselben Jahres in Gießen verspricht sich die WIBank eine besonders starke Resonanz aus allen Bereichen des Landes; von der Politik bis hin zur Wirtschaft mit Förderern und Geförderten, also von beiden Seiten.