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Eine originale Software zu kaufen, ist meist teuer, ohne die Chance sie zuvor auszuprobieren riskant und zunehmend verzichtbar. Freeware, Shareware, Open Source und Programme, die für den privaten Nutzer kostenfrei sind, gewinnen unaufhörlich Marktanteile.

Mit Anwendungsbeispielen und Hintergrundwissen bringt Ihnen rt-sw.de die Entwicklung näher. Sparen Sie am Preis und nicht an der Qualität Ihrer Software.

Freeware – kostenlose Hilfsmittel für den PC

Das Urheberrecht schützt Autoren, Künstler und Softwareentwickler davor, dass ihr Werk einfach kopiert werden darf. Der Schutz ist wichtig. Viele künstlerische Werke, beispielsweise Bücher oder Computerprogramme, werden mit dem Ziel erschaffen, den Lebensunterhalt zu verdienen. Ohne das Urheberrecht würden kreative Menschen leicht um die Früchte ihrer Arbeit betrogen. Trotzdem zielt nicht jede Veröffentlichung und jedes Programm darauf ab, Geld zu verdienen. Nicht nur kleine Hilfsprogramme werden dem User als Freeware angeboten.

Beispielsweise QuickCalc 2.30 ist eine umfangreiche Freeware 3D Tabellenkalkulation. Das Programm soll zwar nicht Excel ersetzen, aber Endnutzern das Leben etwas erleichtern. Es bietet, neben finanzmathematischen Standardfunktionen, zusätzlich verschiedene Erweiterungen. Mathematische Funktionen stellt die QuickCalc – Software unkompliziert grafisch dar. Sogar eine umfangreiche Hilfefunktion, einen Einführungskurs und Beispiele, hat der Programmierer integriert.

(Download-Link: http://www.pcwelt.de/downloads/QuickCalc-2-30-1335605.html).

Lizenzbedingungen – Freiraum für Urheber

Für kreative Menschen zählt nicht nur der wirtschaftliche Erfolg. Die Verbreitung eines Programms, das Wissen „es wird genutzt“, hat mindestens den gleichen hohen Stellenwert. Verbreitung finden Anwendungen besonders schnell, wenn sie nichts kosten. Dazu hat der geistige Eigentümer die Möglichkeit Lizenzen zu vergeben. Einschränken kann er den Schutz seines Werkes durch seine Lizenzbedingungen.

Eine wörtliche Definition, was unter Freeware zu verstehen ist, die gibt es leider nicht. Im üblichen Sprachgebrauch bedeutet eine Freeware-Lizenz, dass das Programm kostenlos von jedem genutzt, kopiert und verbreitet werden darf. Nur Veränderungen des Programms sind üblicherweise nicht automatisch gestattet.

Postcardware oder Cardware – Freeware mit einer „kleinen Bitte“

Marktüblich ist es nicht nur, kopiergeschützte Lizenzen und frei kopierbare Software zu verbreiten. Viele Unterabstufungen sorgen dafür, dass jeder Urheber seine Ziele verfolgen kann. Der Freeware-Lizenz, wie bei QuickCalc 2.30, hätte ebenso als Postcardware vergeben werden dürfen.

Cardware oder Postcardware basiert auf der Idee, eine Resonanz des Endusers zu erhalten. Benutzt werden darf eine Cardware-Software kostenlos, unter der Voraussetzung, dass der Urheber eine Postkarte erhält. Je mehr Karten ankommen, um so interessierter ist der Programmierer, seine Software zu verbessern.

Nach dem gleichen Prinzip wird um Sachspenden oder einen kleinen freiwilligen Beitrag per Paypal gebeten. Die Bitte um eine kleine Spende kann, bei einer beliebten Software, sogar viel Geld in die Kasse spülen. Nach einem ähnlichen Spendenprinzip funktionieren wahre Online-Riesen, wie beispielsweise Wikipedia.

Registerware – kostenlos nutzen, aber registrieren

Mit Registerware entfernt sich der Urheber langsam vom gefühlten Prinzip der Freeware. Kostenfrei ist zwar die Nutzung des Programms, frei kopierbar und anonym zu nutzen ist die Software üblicherweise nicht. Die kostenlose Registrierung ist nötig, um die Software anwenden zu dürfen.

E-Mail-Adressen dienen später mehrheitlich für Software Updates. Außerdem werden kostenpflichtige Versionen der Software, die dann natürlich noch mehr können, angeboten. Möglich wäre es außerdem, die gewonnenen E-Mail-Adressen für fremde Werbung einzusetzen und so Geld zu verdienen.

Ein Beispiel für gute Registerware wäre Lotus Symphony.

Freeware für Privatanwender – Kauflizenz für Gewerbetreibende

Viele private Computernutzer können es sich finanziell nicht erlauben, jede gute Software im Original zu kaufen. Wahrscheinlich wäre das Betriebssystem Windows nie so erfolgreich gewesen, wenn es anfänglich nicht einfach (illegal) zu kopieren gewesen wäre. Heute sorgt die serienmäßige Computerauslieferung mit vorinstalliertem Betriebssystem dafür, dass die meisten Computer mit einem originalen Betriebssystem laufen.

Trotzdem darf im öffentlichen Interesse auf manche Software nicht verzichtet werden. Gerade zu sträflich wäre es, einen internetfähigen Rechner nicht gegen Angriffe aus dem Internet abzuschirmen. Leider wird die nötige Schutzsoftware nicht von allen Anbietern kostenlos angeboten. Ein gutes Beispiel für eine kostenlose Endnutzerlizenz für Privatanwender und der Kauflizenz für Gewerbetreibende bietet Avira Antivir.

Bei der Installation der Software wird der Nutzer explizit gefragt, ob der Rechner zu gewerblichen Zwecken eingesetzt wird. In diesem Fall muss gezahlt werden. Private Computer schützt das Programm kostenlos. Es besteht zwar das Risiko unehrlicher Nutzer, trotzdem darf von einer grundsätzlichen Ehrlichkeit ausgegangen werden. Für ein gutes Programm Geld zu spenden oder eine Lizenz zu kaufen fällt nicht schwer, wenn ausreichend Einkommen vorhanden ist. Schülern oder einfachen „Normalverdienern“ fällt der Kauf hingegen schwer.

Free to play – zahlen auf Wunsch

Ein aufstrebendes Geschäftsmodell ist die „free to play“ Lizenz. Free to play Spiele sind Onlinespiele, die auf einer einfachen Geschäftsidee beruhen. Mitmachen darf jeder, ohne zu zahlen. Auf diesem Weg finden sich viele Spieler, die es mit einem neuen Game kostenlos versuchen möchten. Die Entscheidung, ob für das Spiel Geld ausgegeben wird oder nicht, bleibt immer frei.

Eine Zahlung wird nicht, wie beispielsweise bei einem Testaccount für 4 Wochen oder bei Shareware, forciert. Trotzdem zahlen früher oder später fast alle User Geld. Der „kleine Trick“ beruht auf dem Ehrgeiz jedes Spielers, möglichst schnell bestimmte Spielziele zu erreichen. Beispiel: Durch ein kostenpflichtiges „Double Exp.-Item, die zeitlich begrenzte Verdopplung der Erfahrungspunkte, fällt es leichter den nächsten Level zu erreichen.

Andere, im Shop kaufbare virtuelle Gegenstände, können Fähigkeiten verbessern. Außerdem legen Spieler oft großen Wert auf die Einzigartigkeit ihrer Spielfigur. Im Item-Shop kann ein anderes Outfit für den Helden erworben werden oder es steht, passend zu Weihnachten, ein geschmückter Tannenbaum im Hauptquartier.

Open-Source-Software – kostenlos nutzen und mitgestalten

Mache Freeware – Programme können die bezahlte „Konkurrenz“ sogar ernsthaft in Schwierigkeiten bringen. Einst war der, mit Windows ausgelieferte Internet-Explorer nahezu konkurrenzlos. Trotzdem erfüllte Browser nicht alle Ansprüche der User. Programmierer suchten nach Alternativen, die auch störungsfrei unter Linux laufen. PC-User, die nicht das Geld für ein originales Betriebssystem ausgegeben hatten, bekamen Schwierigkeiten mit Updates. Internetseiten wurden mit alten Versionen nicht mehr richtig angezeigt.

Programmierer wollten außerdem Einfluss auf ihre Software nehmen können, Add-ons und die Möglichkeit, den Sourcecode zu verändern, waren gefragt. Open-Source-Software, professionell gestaltete Softwarelösungen, an denen jeder mitarbeiten darf, gewannen an Bedeutung. Der in Deutschland wahrscheinlich beliebteste Browser „Mozilla Firefox“ mit einem Marktanteil – Juli 2014 – von 43 Prozent, wäre ein Paradebeispiel. Nicht ganz so erfolgreich, aber mit professionellem Know-how und kostenlos, wäre der Microsoft-Office-Konkurrent OpenOffice zu nennen.

Alle genannten Beispiele, von QuickCalc bis Mozialla Firefox beweisen, gute Software muss kein Geld kosten.